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2026-03-14Von Johannes

Die Entstehungsgeschichte der baumwartApp

Die Entstehungsgeschichte der baumwartApp

Die Entstehungsgeschichte der baumwartApp – ein Werkzeug zur Dokumentation von Obstbäumen über Beerensträucher bis zu anderen Obstgehölzen.

Die Idee

Wie kam ich auf die Idee, eine App für diesen Zweck zu entwickeln?

Im Jahr 2024 habe ich die Ausbildung zum Obstbaumwart beim LFI absolviert. Als Informatiker und kompletter Quereinsteiger auf diesem Gebiet wagte ich den Schritt in neues Terrain – getrieben von meinem persönlichen Interesse am Obstanbau.

Beim Schneiden der Bäume fiel mir als Informatiker schnell auf, dass es kaum digitale Hilfsmittel für die Dokumentation gibt. Ich hatte zu Beginn für alle meine Schnittarbeiten, bzw. zumindest für einen Teil davon, Word Dokumente angelegt und die Bilder recht mühsam vom Handy auf den PC kopiert, einzelne Dokumente angelegt, und recht mühsam eine Doku erstellt. Gerade in der Lernphase ist eine saubere Aufzeichnung sehr von Vorteil. Vor allem kann man dadurch die oft zeitversetzten Auswirkungen von Pflegemaßnahmen nachvollziehen und schneller aus Erfahrungen lernen. Aber auch die Dokumentation z.B. seiner Streuobstwiese hat viele Vorteile. Man hat einen guten Überblick, man weiß was man z.B. vor einem Jahr gemacht hat (Schnittarbeiten, Schädlingsbekämpfung, ..), weiß wie die Ernte war, und kann die Entwicklung des Baumbestandes festhalten und Tagebuch führen.

Das größte Hindernis momentan ist definitiv der Zeitaufwand für eine saubere Dokumentation. Es gab zu dem Zeipunkt schlichtweg noch keine App die das Problem zu dem Zeitpunkt vereinfachte. Da mich das Problem interessierte und ich viel Verbesserungspotential in diesem Punkt sah, widmete ich diesem Thema meiner Abschlussarbeit und führte eine Umfrage zur Dokumentation im Obstbau durch – bereits mit dem Hintergedanken, die Entwicklung einer App vielleicht selber anzugehen.

Die Umfrage: Dokumentation ist wichtig, aber zeitaufwendig

An der Umfrage nahmen 10 Obstbaumwarte aus der Steiermark teil, die allesamt Streuobstwiesen oder Hausgärten pflegen. Die Ergebnisse waren aufschlussreich:

  • Status Quo: Sechs der Teilnehmer dokumentierten bereits teilweise, vier verzichteten ganz darauf. Genutzt wurden Notizbücher, lose Fotos oder digitale Dokumente – jedoch keine spezialisierte Software.
  • Der Aufwand: Wer dokumentierte, investierte etwa 1 bis 5 Minuten pro Baum, primär für Schnittmaßnahmen und den Baumzustand.
  • Hürden: Der Hauptgrund gegen eine Dokumentation war der zusätzliche Zeitaufwand sowie der fehlende Kundenwunsch.
  • Wünsche: Neun Teilnehmer sahen den Vorteil darin, aus Erfahrungen zu lernen. Sechs fanden es hilfreich, die Dokumentation anderen zeigen zu können, um Feedback zu erhalten, während fünf es schätzten, einen Überblick über die Pflegemaßnahmen zu behalten.

Die zentrale Anforderung an eine App war klar: Sie muss einfach und schnell zu bedienen sein. Und auch möchte ich den Fokus auf Community Aspekte legen, also u.a. das teilen einer Dokumentation mit anderen soll einfach sein.

Von der Idee zur Umsetzung

Nach der Umfrage war klar: Eine App könnte einen echten Mehrwert bieten. Als Informatiker mit Erfahrung in der App-Entwicklung reizte mich die Umsetzung sehr. Zunächst zögerte ich jedoch – vor allem wegen der Komplexität des Projekts und der fehlenden Zeit, es als Ein-Mann-Projekt umzusetzen.

Die Zeit verging. Ein Jahr später war die Idee offenbar gereift, und ich entschloss mich, das Projekt anzugehen. Ein entscheidender Faktor waren auch die rasanten Fortschritte im Bereich der KI-gestützten Programmierung, die einem mittlerweile mindestens 50 % der Entwicklungszeit ersparen können. Mir wurde klar: Mit diesen neuen Möglichkeiten kann ich das Projekt auch alleine stemmen.

Im Oktober 2025 begann ich mit der täglichen Arbeit an der Umsetzung. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob ich das Projekt nur für mich entwickeln oder später auch veröffentlichen würde. Doch schon nach ein paar Monaten stand fest, dass ich versuchen möchte, die App auch zu veröffentlichen. Das hat natürlich zur Folge, dass die Anforderungen deutlich höher sind – insbesondere in den Bereichen Datensicherheit, Fehlerbehandlung und Stabilität.

Ich bin jedoch überzeugt, dass die App einen echten Mehrwert bieten kann, und arbeite deshalb mit großem Engagement daran. Gleichzeitig soll das Ganze ein lebendiges Projekt sein: Wünsche und Feedback der Nutzer sollen kontinuierlich einfließen, sodass sich die App stetig weiterentwickeln kann.

Ein Punkt ist derzeit noch offen, den ich aber transparent ansprechen möchte: die zukünftigen Kosten für die Nutzung der App. Wenn das Projekt langfristig bestehen soll, muss es auch in irgendeiner Form wirtschaftlich tragfähig sein – zumindest kostendeckend. Vermutlich wird im Laufe des nächsten Jahres 2027 ein faires Preismodell eingeführt, wahrscheinlich in Form eines monatlichen Abonnements. Falls sich jemand später entscheidet, die App nicht mehr zu nutzen, wird es selbstverständlich möglich sein, die eigenen Daten beispielsweise als PDF zu exportieren. Geplant sind außerdem mehrere Preisstufen, je nach Nutzung. Der Einstieg wird voraussichtlich bei etwa 5 Euro pro Monat liegen.

Die baumwartApp heute - die erste Version ist fertig

Yuhu! Fünf Monate nach dem Start ist – denke ich – eine Version fertig, mit der ich Nutzern einen frühzeitigen Zugang zur Web- und Mobile-App geben möchte.

Die Android-App befindet sich noch in der Testphase, (iPhone App wird es vermutlich noch in diesem Jahr geben) kann aber bereits ganz normal verwendet werden.

Beschreibung: Hier ein paar Screenshots der Android App.

Beschreibung: Hier ein paar Screenshots der WEB App.

Aktuelle Funktionen

  • Intuitive Bedienung: Schneller Bildupload, einfaches Anlegen von Standorten und Bäumen
    (auch für andere Obstgehölze geeignet, z. B. Beerensträucher) sowie eine interaktive Kartenintegration.

  • Todos und Notizen Für jeden Baum können Todos angelegt werden, außerdem gibt es eine Übersicht über alle offenen Aufgaben.
    Zusätzlich lassen sich allgemeine Notizen oder Tagebucheinträge erstellen, die nicht baumspezifisch sind.

  • Community-Aspekte: Die Baum-Historie kann per Link oder QR-Code geteilt werden, um Wissen weiterzugeben oder leichter Feedback zu erhalten.
    Dabei ist sichergestellt, dass private Daten wie der genaue Standort nicht für andere sichtbar sind.

  • Auf allen Geräten verfügbar: Nutzbar als mobile App für die schnelle Dokumentation direkt am Baum sowie im Web Browser für komfortables Arbeiten am Rechner (aktuell auch auf iOS Geräten geeignet).

  • Datensicherheit: Hosting bei einem deutschen Cloud-Anbieter mit regelmäßigen Backups und Datenreplikation.
    Datensicherheit ist mir sehr wichtig.


Es gibt noch viele Ideen für zukünftige Erweiterungen, und ich bin gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickelt.
Ich freue mich darauf, euch ein – hoffentlich – nützliches Werkzeug zur Verfügung zu stellen.

Liebe Grüße Johannes